Der Gepardschrauber
Bundeswehrmodellbau in 1:35

ARV M32B1


Das Original:

Die Entwicklung des auf dem M4 Sherman basierenden M32 ARV (ARV = Armoured Recovery Vehicle, zu deutsch: gepanzertes Berge-Fahrzeug) wurde am 19. April 1943 begonnen. Die Fahrzeuge der "T5"-Reihe wurden mit einem festen Turm, einem einfachen "A"-Rahmenkran und einer 60.000 Pfund (~27273 kg) - Winde ausgestattet.
Alle Haupt-Varianten des M4 wurden für Änderung vorgesehen: M4, M4A1, M4A2, M4A3 und M4A4. Die Versuchsfahrzeuge wurden als T5, T5E1, T5E2, T5E3 und T5E4 bezeichnet, die Serienfahrzeuge erhielten die Bezeichnungen M32, M32B1, M32B2, M32B3 und M32B4.

Nachfolgend die durchgeführten Änderungen:

Der Drehturm wurde durch einen festen Überbau mit einer gerundeten Frontseite ersetzt. Haltewinkel wurden an den Rumpfseiten angebracht, an denen ein "A"-förmiger Rahmenkranbalken angeschlagen wurde. Dieser Kranbalken ruhte neben dem Überbau, wenn er nicht im Gebrauch war. Eine Winde wurde innerhalb des Rumpfs, hinter dem Fahrersitz angebracht und konnte sowohl als Zug- als auch als Hubwinde dienen.

Die Federung wurde so gestaltet, dass sie für Kran- und Windenarbeiten blockiert werden konnte, was eine größere Stabilität bei diesen Arbeiten bedeutete.

Die ersten Serienfahrzeuge der M32-Reihe waren 26 Dieselgetriebene M32B2 (basierend auf M4A2), sie wurden bei Lima Locomotive Works von Juni 1943 bis August 1944 gefertigt.

Pressed Steel Car Company begann mit der Produktion des M32B1 (M4A1-Fahrgestelle) im Dezember 1943 und bis Ende Dezember 1944 war eine Anzahl von 475 Fahrzeugen produziert worden.

Zusätzlich stellten die Baldwin Locomotive Works zwischen November 44 und Juni 45 185 Einheiten her und bei Federal Machine and Welder wurde von November 44 bis Mai 45 eine nicht bekannte Anzahl produziert.

Die Produktion des (auf M4 aufgebauten) M32 begann bei der Pressed Steel Car Company im März 1944 und bis Jahresende wurde eine Gesamtmenge von 163 Fahrzeugen produziert.

Darüber hinaus wurde eine Mischung von 400 M32 und M32B1 von Federal Machine and Welder zwischen November 44 und Mai 45 hergestellt.

Die letzte produzierte Variante des M32 war der auf dem M4A3 basierende M32B3: Pressed Steel Car Company fertigte 298 Einheiten zwischen Mai und Dezember 1944 und Lima Locomotive Works 20 (von Juni bis August 1944).

Der verlängerte, von einem Chrysler-Motor angetriebene M32B4 (auf M4A4-Basis) wurde nicht in Serie produziert.

Im August 1944, verlangte das U.S.M.C. 50 M32B3s, ausgerüstet mit dem moderneren horizontalen Federungssystem (HVSS). Die Versuchsmodelle wurden als T14E1, die Serienfahrzeuge als M32A1xx gekennzeichnet. Baldwin Locomotive Works baute 37 M32B1 in M32A1B1 um und produzierte im Jahr 1945 80 M32A1B3.

Während der späten 40er Jahre wurde fast alle M32 auf 'A1'-Standard umgebaut, indem sie das HVSS-Laufwerk erhielten. Zusätzlich wurde an der Rückseite des Rumpfs ein großer Schlepphaken angebracht.

Länge: 5,23 m (203 inch)
Breite: 2,68 m (104 inch)
Höhe: 2,74 m (106 inch)
Gewicht: 28000 Kilogramm (61.600 pound)
Panzerung: 13 - 51 Millimeter (0.5 - 1.9 inch)
Motor: Continental 9-Zylinder Sternmotor Typ R974-C4, luftgekühlt, 15.980 cm3 (975 Kubik-inch)

Leistung: 400 SAE-PS bei 2.400 U/min
Getriebe: 5-Gang
Elektrisches System: 24 Volt, negative Masse
Bremsen: Mechanisch
Wattiefe:
     ohne Vorbereitung: 1.07 m (42 inch)
     mit Vorbereitung und Tiefwatsatz: k/A
Kraftstoffart: Benzin
Kraftstoffkapazität: 651 Liter (143 gallons)
Reichweite: 165 Kilometer (103 Meilen)
Besatzung: 5.
Bewaffnung: 81 Millimeter Mörser, 1 7,62 (cal 30) und 1 12.7 (cal 50) Maschinengewehr.

 




Das Modell:

Grundlage meines Modells ist der alte Bausatz des M32B1. Die Passgenauigkeit ist trotz der vielen Jahre, die die Formen auf dem Buckel haben, sehr gut. Leider hat der Bausatz einen ganz entscheidenden Fehler:
Die M32B1 entstanden sämtlich aus frühen M4A1-Wannen, die an den kleineren Luken für den Fahrer und Funker erkennbar sind.

Glücklicherweise habe ich aber meinen Bausatz bei Ebay einschließlich eines älteren Umbausatzes von MAC ersteigert, welcher die richtige Oberwanne beinhaltet.

Wer einen solchen Umbau in Angriff nehmen möchte, dem empfehle ich den Kit # F026 der Firma Formations (www.formationsmodels.com) Er beinhaltet zum Preis von 25 $ eine Resin-Oberwanne, die auf den Italeri-Bausatz abgestimmt ist.

Zu meinem Leidwesen war meine MAC-Wanne nicht von guter Qualität. Die Resin-Oberwanne war stark verzogen und im Bereich der Lufteinlässe am Heck schlecht ausgegossen.
Ich entschied mich daher zu folgender radikalen Lösung:
Der Bereich der Luken wurde aus beiden Wannen-Oberteilen herausgetrennt und die Resinwannen-Front in die Bausatzwanne von Italeri eingesetzt.
Das war zwar eine größere Fummelei, erschien mir aber als der einfachste Weg, auch wenn ich beim Zerschneiden einen deutlich erhöhten Puls hatte.
Nach dem Einpassen des Resinteils wurden die Schnittstellen ordentlich verspachtelt. Zudem mussten die Lager für den 81 mm Mörser von der Spritzgusswanne abgetrennt und auf dem Resinbug angebracht werden.

 
Von da ab ging es eine Weile nach Bauanleitung weiter, eine Änderung erfuhr dann erst wieder der Kran.

Im Original ist von dem Ausleger, der zum Aufrichten des Armes dient, zum Ende des Auslegers ein Stahlseil gespannt, welches verhindert, dass sich der Ausleger-Arm beim Aufrichten durchbiegt.
 
Dieses Seil wurde durch mich aus Spulendraht angefertigt und angebracht. Dazu musste ich den angegossenen Haltebügel durch einen selbstgefertigten, stabileren aus Draht ersetzen.

 
Wo wir gerade beim Kran sind: ein kleiner Ausflug in die Technik dieses Kranarmes.
 
Das Aufrichten wie auch das Ablegen erfolgte mechanisch über ein Seil, welches am Ausleger und an der Trommel am rechten Antriebszahnkranz befestigt wurde. Beim Aufrichten wurde das Seil am oberen Anschlagpunkt und an der Trommel befestigt. Der Panzer fuhr dann vorwärts, wodurch der Kran aufgerichtet wird.


Beim Absenken des Kranes wird das Seil am unteren Auge angeschlagen. Der Panzer fährt vorwärts bis der Ausleger senkrecht steht. Der Ausleger wird nach hinten gedrückt und der Panzer fährt rückwärts, bis der Ausleger in seine Lager am Heck zu liegen kommt.
 
Das Modell wurde nun noch mit einer elektrischen Winde ausgestattet, die, wie beim Original, sowohl als Zug- als auch als Hubwinde wirken kann.

Nach dem Einbau der Winde wurde das Fahrzeug bis auf die Ketten und die Werkzeuge komplettiert und für das Lackieren vorbereitet. Zunächst habe ich mit khaki grundiert und eine Vorschattierung mit schwarz aufgebracht. Anschließend dann mit oliv-drab über alles mit der Airbrush gespritzt. Mit etwas aufgehellter Farbe wurde die Eintönigkeit genommen. Nach dem Aufbringen der Decals habe ich mit stark verdünntem khaki nochmals über das ganze Fahrzeug genebelt, wobei das Hauptaugenmerk klar auf die Wanne gerichtet war.
 
Der Innenraum wurde am Boden in oliv-drab lackiert und mit Humbrol Metalcote Gunmetal 27004 trocken gemalt. Die Innenseiten wurden weiß lackiert und erhielten ein dunkles Washing, um den Eindruck von Verschmutzung durch ölige Putzlappen u. ä. zu erwecken.
 
Abschließend wurde eine dezente Verschmutzung des Fahrwerks angebracht. Dazu habe ich Pastellkreiden mit Schleifpapier bearbeitet und den Schleifstaub auf vorher mit mattem Klarlack eingepinselte Stellen gestreut. Ergänzt wurde das Modell mit einer Besatzung von Dragon und einer kleinen Base aus einem alten Bilderrahmen. Das Fahrzeug habe ich während des Aufrichtens des Kranarmes dargestellt, was etwas Dynamik in die Szene bringt.